Die Segel setzen
29.11.2007
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Die Segel setzen
29. November 2007
Je länger unsere Reise dauerte, desto länger konnten wir schlafen. Unser Flug ging erst um 17:00 Uhr. Wir liesen uns Zeit beim Frühstück und konnten in aller Ruhe unsere Koffer packen. Die Zimmer mussten wir bis 11:00 Uhr geräumt haben. Beim Zahlen sagte ich der Dame, dass die Pension sehr gut geführt sei und dass wir uns sehr wohl gefühlt hatten. Sie erzählte, dass diese und eine weitere Pension in der Innenstadt einem älteren schweizer Ehepaar gehören würde, das sehr viel Wert auf Sauberkeit, Herzlichkeit und gute Führung lege. Man merkte hier wirklich die strenge europäische Hand im Gegensatz zu anderen Häusern, wo wir übernachtet hatten. Die Koffer konnten wir einstweilen unter der Stiege verstauen und es uns bis zur Abfahrt im Haus gemütlich machen. Nachdem wir alles verstaut hatten, machten Peter und ich noch eine Runde durch die Geschäfte. Das Bild steckte ihm noch immer im Kopf - weiße und violette Punkte auf schwarzem Grund. Kreise bedeuten für die Aborigines immer einen "meeting place". Meist gibt es eine Geschichte zum Bild auf der Rückseite. Platz war noch im Koffer, also konnte das Bild mit.
Wir machten noch einen Spaziergang in Manly Cove hinter dem Aquarium, das gerade umgestaltet wurde. Die Bucht war sehr schön. Durch den regen Fährverkehr war auch immer etwas los. Leider sind die Tage hier viel zu schnell vergangen. Wir hatten nicht einmal Zeit gehabt, auf dieser Seite der Halbinsel einen langen Spaziergang zu machen. Trotzdem, die Tage der Erholung hatten uns allen gut getan. Auf dem Weg zurück zu unserer Pension besorgte ich mir noch etwas Eßbares. Es war Mittag und wer weiß, wann wir wieder etwas bekommen würden. Im Flugzeug gibt es meist Huhn oder irgendein Nudelgericht, aber da würde es schon recht spät sein. Auf der Terrasse des Hotels saßen auch schon die Anderen. Auch sie wollten sich noch etwas zu essen holen, bevor das Flughafentaxi sie abholen würde.
Da wir rechtzeitig am Flughafen sein wollten, wollten Hertha und ich die Fähre um 13:15 Uhr nehmen. Da es bis zum Hafen nur ein Katzensprung war, reichte es, wenn wir um 13:00 Uhr starteten. Um 13:30 Uhr würde auch der Rest abgeholt werden. Gleich hatten wir den Hafen erreicht, Fahrkarten gekauft und die Fähre bestiegen. Jetzt hieß es Segel setzen und die Heimreise antreten. Es war einfach schön hier und wir freuten uns schon, auf diese Weise von der Weltstadt Sydney Abschied nehmen zu können. Wir konnten noch einen letzten Blick auf das Sydney Operahouse und die dahinter liegende Harbour Bridge werfen. Dem Fährhafen gegenüber liegt der Zugbahnhof. Schnell hatten wir auch hier eine Fahrkarte gekauft. Der Zug fuhr ein und schon waren wir Richtung Flughafen unterwegs. Mit der Rolltreppe erreichten wir die Halle zum Einchecken. Nur kurz nach unserer Ankunft tauchte der Rest der Gruppe auf.
Wiedervereint, stellten wir uns an das Ende der Warteschlange. Ich war froh, dass wir unser Gepäck bald loswerden würden. Jetzt begann das große Zittern. Wieviele Kilos waren wirklich in unseren Koffern verstaut? Seppi und Ute hatten einen Teil von Eva's Habseeligkeiten in ihren Koffern verstaut. Aber eine freundliche, ältere Dame schien es nicht zu stören, dass die Waage weit über zwanzig Kilo anzeigte. Die größte Hürde des Tages hatten wir geschafft. Für die Heimreise waren wir schon eingecheckt und saßen alle gemeinsam. Konstanze hatte das schon zu Hause für uns erledigen können. An dieser Stelle sei ihr und ihrem Team ein herzliches Dankeschön ausgesprochen. Ihre Mithilfe bei der Organisation ist immer goldeswert.
Nur mehr Elfriede fehlte. Wollte sie doch bei ihren Enkeltöchtern bleiben? Schon läutete das Handy und Elfriede fragte nach, wo wir wären. Sie waren gerade angekommen und jetzt stand sie mit Petra am Ende einer sehr langen Schlange. Aber dadurch, dass viele Schalter offen waren, dauerte die Wartezeit nicht allzu lange. Die "sieben Zwerge" hatten wieder zueinander gefunden. Elfriede mit Familie wurden herzlich begrüßt. Petra hatte noch für jeden von uns einen australischen Weihnachtskoala als Abschieds- und Erinnerungsgeschenk. Dabei werde ich und sicher auch die anderen, die schönen Stunden, die wir gemeinsam mit ihnen verbringen durften, nie vergessen. Es war schön, im Ausland zu sein und doch ein Stück Heimat zu finden.
Dann war aber die Zeit des Abschiednehmens gekommen. So schwer fiel er diesmal allerdings nicht, denn Petra und Familie würden Weihnachten zu Hause am Seitenberg verbringen und so schon bald wieder Elfriede in die Arme nehmen können. Wir winkten alle zum Abschied. Dann blieb uns noch Zeit, uns im Dutyfree Shop umzusehen. Aber viel mehr konnten wir nicht tragen, so fiel der Einkauf bescheiden aus. Es wurden nur noch die letzten australischen Münzen umgesetzt, die nicht mehr umgetauscht werden können. Die Boeing 747 der Quantas stand schon aufgetankt vor dem Terminal und das Boarden konnte beginnen.

Mit dem Riesenvogel ging es vorerst wieder nach Singapure. Nach einem kurzen Aufenthalt würden wir nach Frankfurt starten, um dann weiter nach Klagenfurt zu fliegen. Wir hatten zwei Dreierreihen für uns und einen Gangplatz gegenüber, wie von Peter gewünscht. Leider dauerte es etwas mit unserer Startgenehmigung und wir konnten erst mit einer halben Stunde Verspätung Sydney International Airport verlassen. Von meinem Fensterplatz aus konnte ich noch einen letzten Blick auf Cronulla werfen, wo Petra wohnt. Wolken waren aufgezogen. Es regnete. Der Himmel weinte, weil wir das Land verliesen. Bald waren die Tränen getrocknet und nur mehr der Wüstensand des roten Kontinents unter uns.
Wir überflogen Alice Springs im Süden. Hier wurde es etwas hügelig. Nach einer weiteren Stunde Flug lag das Meer unter uns und es wurde finster. Mit etwas Verspätung sind wir dann in Singapure gelandet. Diesmal blieb keine Zeit für ein Tänzchen in der Pianobar. Nur Elfriede und Hertha machten mit ihrem Turboschnellgang einen Spaziergang durch die Flughafenhallen. Die schönen Orchideen waren einer tollten Weihnachtsdekoration mit Weihnachtssternen in verschiedenen Farben gewichen. Gut, dass der Flug fast nahtlos weiterging. Irgendwie war ich müde. Wir hatten wieder keine Ahnung, wie spät es war. Manche von uns hatten noch australische Zeit, manche aber schöne wieder europäische Zeit auf ihren Uhren.
Nachdem wir die vorgeschriebene Flughöhe von 10.000 m erreicht hatten, wurde auch gleich das Essen serviert. Wie schon vorhergesagt, Huhn und ein Nudelgericht. Nach dem Essen servierten mir Elfriede und Hertha einen Turbowhisky und der leistete volle Arbeit. Ich verfiel in einen tiefen und angenehmen Schlaf.





